17.07.26 08:00 - Lesezeit

Der lange Atem des Erfolges

Robert Karas

Chief Investment Officer, Partner

Die Welt steht kurz vor dem Höhepunkt des Fußballfiebers. Nach über 100 Spielen kommt es am Sonntag zum WM-Finale. Selbst ich, der nicht dem runden Leder verfallen ist, fieberte hie und da bei einem Match mit. 

Besonders faszinieren mich die Senioren am Feld, wie Ronaldo (41 Jahre) und Messi (39 Jahre). Ich sehe Parallelen zum US-Investor Warren Buffett, der den beiden mit seinen 95 Jahren allerdings altersmäßig deutlich voraus ist. Ob am Fußballfeld oder an der Börse, niemand beherrscht das Spiel so gut wie sie. Ihre gemeinsame Stärke: der lange Atem. 

Alle drei begannen ihre Karriere sehr jung. Bereits mit 18 Jahren bestritten Ronaldo und Messi ihre ersten Länderspiele für Portugal beziehungsweise Argentinien. Eine witzige Anekdote: Lionel Messi wurde bei seinem ersten Länderspiel in der 63. Minute eingewechselt und sah bereits nach 43 Sekunden die Rote Karte. Warren Buffett begann noch früher (und ohne Platzverweis). Er kaufte seine erste Aktie mit 11 Jahren und startete seinen ersten Fonds, die „Buffett Partnership“, mit 26 Jahren. 

Auch andere Mädchen und Buben kaufen in jungen Jahren eine Aktie und kicken im Kindesalter im Hof. Meist werden dann aber andere Dinge wichtiger und das Talent entwickelt sich nicht weiter zur nötigen Größe als Profi. Das tat es allerdings bei diesem außergewöhnlichen Trio.

Linear und exponentiell.

Ronaldo blieb in seiner Karriere lange verletzungsfrei und erzielte 146 Treffer bei 233 Länderspielen. Bei Messi waren es 125 Tore in 205 Spielen. Und Buffett katapultierte die Berkshire Hathaway-Aktie seit seinem ersten Kauf im November 1962 von 7,60 US-Dollar pro Aktie auf heute unglaubliche 745.000 US-Dollar! 

Ronaldo und Messi waren und sind den Kräften der linearen Steigerung ausgesetzt. Die erzielten Tore tragen keinen Zinseszins. Warren Buffett hingegen steigerte sein Vermögen exponentiell. Kurioses Ergebnis: 99% seines Vermögens häufte er erst nach seinem 50. Geburtstag an. 

Was können wir Investorinnen und Investoren daraus lernen? Wir müssen beginnen zu investieren, sonst werden wir keine Erfolge feiern. Und wir müssen darauf achten, unser Vermögen konsequent zu vermehren. Dabei ist es nicht wesentlich, ob in einem Jahr das eigene Depot oder die großen Aktienindizes vorne liegen. Wichtig ist, stetig zu investieren und auf Qualität zu setzen. 

P.S.: Die Journalistin Julia Kistner hat mich wieder einmal zu ihrem Finanzpodcast „Geldmeisterin“ unter dem Titel „Stecken wir schon mitten in der KI-Blase?“ eingeladen. Hören Sie doch rein auf der Plattform Ihrer Wahl:

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