Die Kraft des Unternehmergeistes
„Die haben es so gesteuert, dass alles in China produziert wird. Jetzt sind wir abhängig und haben den Salat“, erklärte mir letztens ein Freund die Weltwirtschaft. In jeder vereinfachten Aussage steckt ein wahrer Kern, oder? Allerdings bin ich der Meinung, dass es „die“ gar nicht gibt, die alles bewusst steuern.
Zugegeben, Chinas Aufstieg zur Produktionsmacht war kein reines Marktgeschehen. Auch Staatssubventionen, Technologieklau, -transfer und eine jahrelang unterbewertete Währung haben dazu beigetragen.
Und dennoch: Ohne „schneller, besser, effizienter und günstiger“ wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen. Anbieter scheiden heute nicht nur wegen des Preises aus dem Rennen aus, die gewünschte Qualität und Menge kann eben oft nur noch China produzieren. Das ist das Resultat von Unternehmertum, nicht staatlicher Planung.
Unternehmertum macht den Unterschied.
Das ist die These, die ich vertrete und die viel zu selten klar ausgesprochen wird.
Noch 1990 lebte etwa jeder dritte Mensch in extremer Armut. Heute ist es nur noch jeder zehnte. Die Situation verbesserte sich vor allem dort, wo Unternehmergeist wirken durfte. Ja, auch in China. Und nicht etwa wegen Entwicklungshilfe.
Entscheidend waren technologische und medizinische Fortschritte, die ohne privates Risikokapital nicht denkbar wären. Produkte, die durch Wettbewerb erschwinglich wurden. Ein Beispiel: Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms kostete 2003 fünfzig Millionen US-Dollar. Heute kostet dieselbe Leistung unter hundert US-Dollar.
Wer meint, Gewinn sei ausschließlich das Ergebnis rücksichtslosen Wirtschaftens, traut dem Kapitalismus zu wenig zu. Denn er stellt sich Herausforderungen, macht Produkte und Services erschwinglich. Und das alles auf freiwilliger Basis.
Als Aktionär investiere ich – ebenfalls freiwillig – in diese Idee der freien Marktwirtschaft. Über die Zeit spiegelt der Aktienkurs die wirtschaftliche Entwicklung eines Geschäftsmodells wider. Und zeigt, ob ein Unternehmen seinen Platz in der Welt verdient.
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