20.03.26 08:00 - Lesezeit

Falsche Treue

Robert Karas

Chief Investment Officer, Partner

Muss ich als Europäer im Depot dem Euro treu sein? Und was ist, wenn ich in die USA oder nach Japan umziehe? Muss ich dann wechseln und meiner neuen Heimatwährung die Stange halten?

Nein. Denn das oberste Ziel bei Aktieninvestitionen muss sein, die besten Unternehmen weltweit zu finden – ganz egal, wo ich wohne. 

Internationale Investoren halten immer Positionen in unterschiedlichen Fremdwährungen: In der Gutmann Aktienstrategie sind es unter anderem US-Dollar, japanischer Yen, Schweizer Franken, Schwedenkrone, britisches Pfund und australischer Dollar. In Summe sind 70 Prozent in fremder Währung angelegt. Der Umkehrschluss: Nur 30 Prozent der Investitionen befinden sich in Unternehmen des Euro-Währungsraumes.  

Es hat Vorteile, in unterschiedliche Wirtschafts- und Währungsräume zu investieren. Denn je größer das Jagdrevier, desto größer die Auswahl an Top-Unternehmen in unterschiedlichen Sektoren. Darüber hinaus vermeidet man die Abhängigkeit von einem einzelnen politischen System und diversifiziert das Portfolio: Die Korrelation, also die Wechselbeziehung der einzelnen Aktien untereinander, ist geringer als bei Titeln eines einzigen Landes oder Wirtschaftsraumes. 

Auf das Unternehmen kommt es an.

Das Währungsrisiko einer einzelnen Position lässt sich nicht wegargumentieren. Aber es ist ein großer Unterschied, ob das Unternehmen lediglich in einem Währungsraum oder weltweit Geschäfte macht. 

Unilever ist zum Beispiel ein internationaler Konzern mit Produktionsstätten und Absatzmärkten in verschiedenen Währungsräumen. So ist es egal, ob Sie Unilever in Euro (Börse Amsterdam) oder britischen Pfund (Börse London) kaufen. Dass es in beiden Ländern Börsennotierungen und bis 2020 Konzernzentralen gab, liegt an der Firmengeschichte. Unilever entstand 1929/1930 aus der holländischen „Margarine Unie N.V.“ und dem britischen Seifenfabrikanten „Lever Brothers Ltd.“

Es ist daher nicht eindeutig, welches Währungsrisiko man als Investorin tatsächlich nimmt. Da Unilever in Euro berichtet, hat man in einem einzelnen Jahr zumindest ein Berichtsrisiko. Alle Kosten und Umsätze werden für die Bilanzierung in Euro umgerechnet. Und das kann je nach Euro-Kurs besser oder schlechter aussehen. Aber der innere Wert dieses weltweiten Geschäftes ändert sich dadurch nicht. 

Aus diesem Grund ist der langfristige unternehmerische Erfolg weitaus wichtiger als die Währungsentwicklung. Es ist nicht der Euro oder das Pfund bei Unilever, der Schweizer Franken bei Nestlé oder der US-Dollar bei Procter & Gamble, der den unterschiedlichen Erfolg über die nächsten zehn Jahre ausmachen wird. Es sind tolle Produkte, zündende Innovationen, weltweite Lieferketten, niedrige Kosten und kluge Kapitalallokationen. 

Währungsschwankungen verunsichern.

In den Mittelpunkt des Interesses rückt der US-Dollar dennoch, wenn er genau in einem Kalenderjahr spürbar schwach ist. So etwa 2017, 2020 und 2025. Hätte man genau in diesen Jahren den US-Dollar mit Währungstermingeschäften neutralisiert, wäre die Performance der Aktien entsprechend höher gewesen. 

Doch zu erwarten, diese Jahre vorherzusehen, ist unrealistisch. Es wird immer einen Marktteilnehmer geben, der in einem Jahr ein glückliches Händchen hat und die Werbetrommel gut rührt. Es ist jedoch immer ein anderer. Glück ist schwer wiederholbar. 

Interessanterweise ist die Umrechnung von Euro auf US-Dollar zwar in vielen Jahren ein Thema, über die vergangenen 10 Jahre hat sich der Wechselkurs dennoch kaum verändert. Viel wichtiger war und ist es, sich auf die einzelnen Geschäftsmodelle zu konzentrieren.

 

Disclaimer: Dies ist eine Marketingmitteilung. Die Anlage in Finanzinstrumenten ist Marktrisiken unterworfen. Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen. Prognosen sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse. Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab und kann künftigen Änderungen unterworfen sein. Bank Gutmann AG weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Unterlage ausschließlich für den persönlichen Gebrauch und nur zur Information dienen soll. Eine Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe ist ohne die Zustimmung der Bank Gutmann AG untersagt. Der Inhalt dieser Unterlage stellt nicht auf die individuellen Bedürfnisse einzelner Anleger ab (gewünschter Ertrag, steuerliche Situation, Risikobereitschaft etc.), sondern ist genereller Natur. Diese Unterlage ist weder ein Angebot noch eine Einladung zur Angebotsstellung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die erforderlichen Angaben zur Offenlegungspflicht gemäß § 25 Mediengesetz sind unter folgender Web-Adresse zu finden: https://www.gutmann.at/impressum

 

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