Herrschaft über die Emotionen
„Wir sind mitten in einem Krieg. Wenn wir jetzt die Aktienquote halbieren und abwarten, haben wir nichts zu verlieren“, lautet die Aussage, die wir in Zeiten von Aktienmarktrückgängen immer wieder in Abwandlungen hören. Es fühlt sich eben gut an, Aktien zu verkaufen und den durch Kursrückgänge ausgelösten Schmerz schlagartig zu reduzieren.
Auf der anderen Seite fühlt es sich gar nicht mehr gut an, wenn plötzlich Optimismus aufkommt und die Kurse explodieren. Was nun? Wann wieder kaufen? Und was wurde eigentlich aus der Anlagestrategie, die ich mir vorgenommen habe?
In dieser Woche konnte man alle Emotionen komprimiert in wenigen Stunden erleben. Am Montag eröffneten die Aktienmärkte tiefrot, nur um gegen Mittag plötzlich kräftig nach oben zu schießen. Der Auslöser: Präsident Trump verlautbarte produktive Gespräche mit dem Iran. Manche Titel sprangen daraufhin von minus auf plus fünf Prozent! Mein Kollege aus dem Chief Investment Office kam vom Mittagessen zurück und starrte ungläubig auf den Bildschirm. Wie schnell sich die Welt ändern kann…
Emotionen kontrollieren.
Kurzfristig sind Emotionen der Treibstoff der Märkte. Die Sorge ums Vermögen führt zu Panikverkäufen und drückt die Kurse nach unten. Doch je länger der Betrachtungszeitraum, desto mehr rücken die Unternehmensergebnisse wieder in den Vordergrund. Warum sollten Aktienkurse lange tief bleiben, wenn die jeweiligen Unternehmen weiter ihre Gewinne steigern?
Wir müssen die Oberhand über unsere Emotionen behalten. Bärenmärkte und Börsencrashs sind fixer Bestandteil unseres Anlegerlebens. In jedem seriösen Kundengespräch über die Vermögensstrategie wird offen darüber gesprochen: Die selbst definierte Aktienquote bedeutet auch, gewisse Schwankungen auszuhalten. Und doch fühlt es sich im Ernstfall schlimmer an als gedacht.
Rückschläge aushalten.
Wir beobachten die langfristigen Renditen des Aktienmarktes und wünschen uns ähnliche Ergebnisse in der Zukunft. In Stresszeiten vergessen wir manchmal, dass die Vergangenheit große Rücksetzer, lange Bärenmärkte, Krisen und auch Kriege beinhaltet. Hohe Renditen erzielen nur diejenigen, die investiert bleiben.
Wer an soliden Unternehmen beteiligt ist, breit aufgestellt über Themen und Titel, hat wenig Grund überhastet zu handeln. Die kurzfristigen Sorgen sind der Preis für zukünftige Gewinne.
Der Gutmann Blickwinkel hofft auf friedlichere Zeiten, wünscht schöne Osterfeiertage und erscheint wieder am 10. April.
Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren Sie unseren Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Newsletter abonnierenBleiben Sie informiert.
Erfahren sie noch mehr über Gutmann und unsere Investmentstrategie.
zum Gutmann Journal