In Zeiten großer Umbrüche
Niemand möchte Spielball der Märkte sein, wenn sie unberechenbar erscheinen. Doch waren sie jemals wirklich berechenbar? Gerade in Phasen großer Unsicherheit bewähren sich ein besonnener Zugang und eine durchdachte Strategie. Durch die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz stehen wir vor tiefgreifenden Umwälzungen, die wirtschaftliche und technologische Strukturen nachhaltig verändern. Umso entscheidender ist die Frage, ob man in Panik versucht, den Kurs abrupt zu ändern, oder ob man mit ruhiger Hand notwendige Anpassungen vornimmt.
Die Suche nach Orientierung in unsicheren Zeiten.
Viele Anleger fragen sich derzeit, worauf überhaupt noch Verlass ist. Manche setzen auf Bitcoin, um sich von Notenbanken und Institutionen unabhängig zu machen. Doch ein Instrument, dessen Preis sich innerhalb weniger Monate halbiert, eignet sich kaum als Wertspeicher. Andere blicken auf Gold. Wer Gold über Jahrzehnte als Versicherung gehalten hat, freut sich heute über den gestiegenen Wert, verkauft diese Position jedoch selten. Wer hingegen heute kauft, hofft häufig auf kurzfristige Gewinne und ist nicht bereit, die Position auf unbestimmte Zeit zu halten.
Auch innerhalb der Aktienmärkte ist Veränderung deutlich spürbar. Die großen Technologiekonzerne haben zuletzt Investitionsprogramme angekündigt, die selbst hohe Erwartungen übertroffen haben: Alphabet plant rund 180 Milliarden US-Dollar, Amazon etwa 200 Milliarden US-Dollar an Kapitalinvestitionen. Ein US-Senator formulierte es einst treffend: „Eine Milliarde hier, eine Milliarde da, und bald läppert sich das zu richtigem Geld zusammen." Heute muss es wohl heißen: „100 Milliarden hier, 100 Milliarden da."
Klar ist: Künstliche Intelligenz wird unsere Welt nachhaltig verändern. Für die Technologiekonzerne ist Nicht-Investieren keine Option, denn es geht um ihre Existenz. Gleichzeitig ist es unwahrscheinlich, dass alle Beteiligten als Gewinner hervorgehen werden. Genau hier liegt eine der zentralen Herausforderungen für Anleger.
Geopolitische Spannungen verstärken die Unsicherheit zusätzlich. Wer sich an die Ängste des Kalten Krieges erinnert, weiß: Unsicherheit ist kein neues Phänomen, sondern eine Konstante der Märkte.
Gleichgewichtung statt Klumpenrisiken.
Unsere Antwort darauf ist ein disziplinierter, breit abgestützter Ansatz. Der Kern der Gutmann Aktienstrategie setzt auf eine Gleichgewichtung der Titel. Diese Struktur verhindert Klumpenrisiken und sorgt für Ausgewogenheit. Gerade in Zeiten, in denen passive Index-ETFs zunehmend von wenigen dominanten Positionen geprägt sind.
Eine ausgewogene Allokation über unterschiedliche Themen sowie konsequente Positionsanpassungen ermöglichen es uns, neue Erkenntnisse schrittweise in die Portfolios einzuarbeiten. Wer passiv einen Index-ETF hält, erkennt derzeit, dass Investieren nie wirklich passiv ist. Jede Veranlagung ist eine aktive Entscheidung, auch die Entscheidung, einen großen Teil des Vermögens in wenigen, thematisch stark getriebenen Titeln zu konzentrieren.
Die Gutmann-Aktienstrategie steht bewusst auf mehreren Beinen. Abseits der großen Aufregung sorgen unsere Dividendentitel für Stabilität. Japanische Aktien bewegen sich weiterhin in ihrem eigenen Takt. Nach dem starken Kursanstieg im Jänner haben wir die Gewichtung in Japan wieder auf die Zielgröße zurückgeführt und einen Teil der Gewinne realisiert.
Langfristiger Ansatz statt Aktionismus.
Wir setzen laufend Maßnahmen, die kurzfristig kaum spürbar sind, über die Zeit jedoch einen erheblichen Unterschied machen. Warum sollten wir in hektischen Abständen das Ruder herumreißen? Das trägt weder zu einer besseren Performance noch zu Vertrauen bei.
Eines möchten wir klar festhalten: Mit der absoluten Wertentwicklung des Jahres 2025 waren wir nicht zufrieden, und Fragen der bestmöglichen Positionierung beschäftigen uns täglich. Wir werden nicht jede Welle im richtigen Moment erwischen. Im Jahr 2025 erwies sich jeder US-Dollar als Belastung, da die amerikanische Währung über 10 Prozent gegenüber dem Euro nachgab. Bei einem global ausgerichteten Ansatz ist die Konzentration auf europäische Aktien keine Lösung. Währungsschwankungen spielen in einzelnen Jahren eine Rolle, über längere Zeiträume sind sie jedoch nicht der entscheidende Faktor.
Interessanterweise hätte auch eine Investition in einen globalen Index kein signifikant besseres Ergebnis gebracht. Der größte Unterschied lag darin, ob Gold Teil der Vermögensverwaltung war oder nicht.
Eine global ausgerichtete Strategie, breit gestreut über Themen, Regionen, Währungsräume und Instrumente, bleibt aus unserer Sicht der beste Weg, um langfristige Ziele zu erreichen. Es wird immer Segmente geben, die in einem einzelnen Jahr herausragen. Welche das sind, weiß man allerdings erst im Rückblick.
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