Irgendwann erwischt es jeden
Vergangenes Jahr waren es die Zollankündigungen, dieses Jahr der Iran-Krieg. In beiden Fällen kam es vor Ostern zu starken Preisrückgängen an den Aktienmärkten (wobei der „Liberation Day“ am 2.4.2025 von US-Präsident Trump zu einem noch stärkeren Rücksetzer führte).
Jedes Mal waren Angst und Besorgnis spürbar und die Stimmen, den Aktienanteil zu reduzieren, wurden lauter. Doch wir hielten dagegen, gaben ein „Kurs halten“ aus und informierten intensiv.
Wie konnten wir sicher sein, dass dies die richtige Entscheidung war? Konnten wir nicht!
Extrem und emotional.
Niemand kennt die Zukunft und bei all den möglichen Entwicklungspfaden sind auch immer ganz wenige desaströse dabei. Zölle können zu einem globalen Wirtschaftsabschwung und einem langen Bärenmarkt führen. Die Flammen eines heißen Krieges können übergreifen und einen Flächenbrand entfachen. Entsprechende Panik an den Finanzmärkten wäre vielleicht die Folge.
Es sind immer diese Extremszenarien, die unsere Emotionen beherrschen. Denn wer kann ausschließen, dass sie eintreten? Dennoch ist ihre Wahrscheinlichkeit gering.
Denn mit Eintreten des Unerwarteten arbeiten bereits Heerscharen von Menschen und Computern an neuen Lösungen und Wegen. Die Welt besteht nicht aus starren Konstrukten, sondern aus anpassungsfähigen und komplexen Systemen. Während die einen die Welt zum Stillstand kommen sehen, weil eine Meerenge gesperrt ist, arbeiten andere schon am veränderten Morgen.
Es lauert die Krise.
Es wird jedoch der Tag kommen, an dem wir den Kurs halten und die Aktienpreise tiefer fallen, als wir es uns hätten vorstellen wollen. Niemand hat vorhergesehen, dass sich die Kurse in der Finanzkrise 2008/2009 halbieren würden. Und sie taten es dennoch.
Wer nach minus 20% bereits in Panik war und Rat einholte, hörte nach minus 30% nicht mehr auf die Expertenmeinung und verkaufte seine Wertpapiere. Für einige Wochen fühlte sich diese Entscheidung richtig an. Doch fast immer kam der Wiedereinstieg zu spät oder gar nicht mehr. Jahre später hatten die Nicht-Verkäufer, die an ihrer Strategie festhielten und die schwierige Zeit durchlitten, das bessere Ergebnis.
Irgendwann erwischt einen die große Krise. Auch wenn es nicht die Zölle oder der Iran-Krieg waren, kann das nächste Ereignis der Auslöser sein. Die beste Verteidigung ist, die eigene Investmentstrategie in positiven Zeiten zu prüfen. Ohne in einer Stresssituation zu sein. Wurde die Aktienquote so gewählt, dass selbst eine große Krise durchgestanden werden kann? Wenn die Antwort klar „Ja!“ lautet, ist alles gut. Wenn nicht, sprechen Sie bitte mit uns.
Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren Sie unseren Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Newsletter abonnierenBleiben Sie informiert.
Erfahren sie noch mehr über Gutmann und unsere Investmentstrategie.
zum Gutmann Journal