Spekulatives Fieber
„Es ist nur dann eine Blase, wenn man nicht dabei ist“, habe ich letztens gelesen. Seitdem spukt der Ausspruch in meinem Kopf herum, denn ganz von der Hand zu weisen ist er nicht. Wer investiert ist und sich über täglich steigende Buchgewinne freut, findet endlos viele Argumente für die Kursbewegung und warum sie sicherlich anhalten wird.
Die Themen der Stunde
Derzeit bin ich häufig mit derartigen Aussagen konfrontiert, vorgetragen mit großer Leidenschaft: Gold und Silber sind erst am Beginn ihres Höhenfluges; KI-Aktien sind deutlich günstiger bewertet als die Internetwerte am Ende der 1990er-Jahre; der US-Dollar kann nur schwächer werden, weil Präsident Trump es so will; Rüstungsaktien müssen steigen, schließlich muss Europa die Jahrzehnte der Unterinvestition rasch aufholen. Und Bitcoin… oh, über Bitcoin wird aktuell gar nicht geredet.
So ist das mit den Themen der Stunde. Sie kommen mit Wucht und verschwinden ebenso schnell wieder aus dem Rampenlicht. War es gestern noch Bitcoin, ist es heute Gold. Oder sind wir bereits bei Silber?
Zwischen Faszination und Strategie
Es wird immer etwas geben, das sich so spektakulär entwickelt, dass es unsere Fantasie beflügelt. Und uns gleichzeitig völlig unrund macht. Verpasse ich etwas? Alle reden darüber. Sollte ich nicht auch kaufen?
Niemand kennt die Zukunft. Preise können kurzfristig überall hingehen, nach oben wie nach unten. Wie lässt sich daraus eine sinnvolle Strategie ableiten?
Wer seit Jahrzehnten Gold im Safe hat, freut sich über den höheren Wert. Gold braucht es dann nicht auch noch im Depot, denn es ist eine physische Wohlfühlposition, die auch mit höheren Preisen nicht veräußert wird. Wer sich hingegen jetzt in „heißen“ Themen wie Edelmetallen und Rüstung überexponiert, riskiert, sich die Finger zu verbrennen.
Gerade in Phasen der Überhitzung – der sogenannten Blow-Off-Phase – ist die Gefahr von Kursverlusten besonders hoch. Davor schützt keine Prognose, wohl aber eine global breit aufgestellte Investmentstrategie.
Und wo man die findet, wissen Sie ja bereits.
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